- PG (Propylenglykol) und VG (Pflanzliches Glycerin) sind die beiden Grundstoffe jedes E-Liquids und bestimmen Geschmack, Dampfmenge und Zuggefühl.
- Ein ausgewogenes 50/50-Mischungsverhältnis gilt als Allrounder für Pod-Systeme und MTL, während VG-lastige Liquids mit 70/30 oder mehr zu Sub-Ohm- und DL-Verdampfern passen.
- Passt das PG-/VG-Mischungsverhältnis nicht zur Hardware, drohen trockene Züge einerseits und Auslaufen oder Blubbern andererseits.
- Auch Nikotinshots und Aromen verändern das fertige PG-/VG-Verhältnis, was beim Selbstmischen eingerechnet werden sollte.
Was sind PG und VG?
PG (Propylenglykol) und VG (Pflanzliches Glycerin) sind die beiden Trägerflüssigkeiten, aus denen jedes E-Liquid zu einem Großteil besteht, und bringen von Natur aus unterschiedliche Eigenschaften mit. Propylenglykol ist eine dünnflüssige, farb- und geruchlose Flüssigkeit, die auch als Lebensmittelzusatzstoff sowie in Kosmetik und Pharmaprodukten zum Einsatz kommt. Im Liquid übernimmt PG vor allem die Rolle des Aromaträgers und sorgt dafür, dass Geschmacksstoffe direkt und klar transportiert werden. Durch die geringe Viskosität fließt PG-lastiges Liquid zudem zügig zur Watte nach, was es besonders für kleine Verdampferköpfe und Pod-Systeme geeignet macht.
Pflanzliches Glycerin dagegen ist eine zähflüssige, farblose Substanz mit einem leicht süßlichen Eigengeschmack und wird meist aus pflanzlichen Ölen gewonnen. Seine Hauptaufgabe im Liquid ist die Erzeugung von dichtem, sichtbarem Dampf. Weil VG so dickflüssig ist, benötigt es größere Liquidkanäle, um zügig nachzufließen, weshalb ein hoher VG-Anteil vor allem in leistungsstarken Geräten mit größeren Öffnungen zum Einsatz kommt.
Wie wirken sich PG und VG auf Geschmack und Dampf aus?
Das Mischungsverhältnis von PG zu VG entscheidet maßgeblich darüber, wie sich ein Liquid beim Dampfen anfühlt und schmeckt. Ein hoher PG-Anteil sorgt für eine besonders klare und intensive Geschmackswiedergabe, da PG Aromen ohne große Verfälschung transportiert. Ein hoher VG-Anteil bringt dagegen einen leichten, natürlichen Süßgeschmack mit, der feinere Aromanuancen etwas abrunden oder überlagern kann.
Bei der Dampfentwicklung verhält es sich genau andersherum: PG erzeugt nur feinen bis moderaten Dampf, während VG für dichte, großvolumige Dampfwolken sorgt – je höher der VG-Anteil, desto ausgeprägter fällt die Wolke aus.
In der Praxis haben sich daraus zwei gängige Mischungsverhältnisse etabliert: 50/50 als ausgewogener Allrounder mit spürbarem Throat-Hit und moderater Dampfmenge sowie 70/30 VG/PG als VG-lastige Variante für größere Dampfwolken und ein sanfteres Zuggefühl. Welches Mischungsverhältnis tatsächlich zu dir passt, hängt dabei stark von deiner Hardware ab.
Welches PG-/VG-Verhältnis passt zu meiner E-Zigarette?
Pod-Systeme und MTL (Mund-zu-Lunge)
Für Pod-Systeme und das Backendampfen gilt ein ausgewogenes 50/50-Verhältnis als verlässlichste Wahl. Der Grund liegt im Zusammenspiel von Hardware und Viskosität: Pod-Systeme und MTL-Verdampfer arbeiten mit kompakten Verdampferköpfen, kleinen Liquidöffnungen und niedriger Leistung. Der PG-Anteil hält das Liquid dünnflüssig genug, damit es selbst durch enge Kanäle zuverlässig zur Watte nachfließt. Gleichzeitig sorgt PG als starker Aromaträger beim niedrig eingestellten MTL-Zug für den gewünschten Throat Hit, weshalb auch viele gebrauchsfertige Nikotinsalz-Liquids standardmäßig auf 50/50 setzen.
Weicht das Mischungsverhältnis stark davon ab, zeigen sich schnell Probleme: Ein zu hoher VG-Anteil fließt in kleinen Pods oft zu langsam nach, wodurch die Watte trockenläuft und es zu Kokeln oder Dry Hits kommen kann. Ein sehr hoher PG-Anteil erzeugt zwar einen starken Druck, ist dafür aber so dünnflüssig, dass manche Pods überversorgt werden und zu Auslaufen oder Blubbern neigen.
Sub-Ohm- und DL-Verdampfer
Für Sub-Ohm-Geräte und das direkte Lungendampfen (DL) haben sich VG-lastige Verhältnisse wie 70/30 VG/PG bewährt, bei speziellen Cloud-Chasing-Setups teils auch 80/20 oder noch höhere VG-Anteile. Diese Verdampfer arbeiten mit hoher Leistung und großen Liquidöffnungen, sodass sie mit der zähflüssigen Konsistenz von VG problemlos zurechtkommen. Der hohe VG-Anteil sorgt dabei für die gewünschten dichten Dampfwolken und mildert durch sein weiches Zuggefühl die Schärfe ab, die beim tiefen Inhalieren sonst unangenehm auffallen würde. Ein dünnflüssigeres Liquid wie 50/50 würde in großen Sub-Ohm-Tanks dagegen schnell zu viel Liquid an das Coil liefern und zu Blubbern oder Siffen führen.
Was bedeutet „VG-lastig“?
Als VG-lastig bezeichnet man ein Liquid, das deutlich mehr pflanzliches Glycerin als Propylenglykol enthält, typischerweise ab einem Mischungsverhältnis von 70/30 VG/PG aufwärts bis hin zu High-VG- oder Max-VG-Mischungen. Solche Liquids bringen die sirupartige Konsistenz von VG voll zur Geltung und eignen sich, wie bereits beschrieben, vor allem für Sub-Ohm- und DL-Verdampfer sowie manche offenere RDL-Pods mit entsprechend großen Liquidkanälen. In kompakten MTL-Geräten und kleinen Pod-Systemen führt ein VG-lastiges Liquid dagegen schnell zu Nachflussproblemen, da die engen Kanäle dieser Hardware nicht für die hohe Viskosität ausgelegt sind.
Wie verändert sich das Verhältnis beim Mischen mit Nikotinshots und Aromen?
Wer sein Liquid selbst mischt, sollte bedenken, dass sich das PG-/VG-Endverhältnis nicht nur aus der Base ergibt. Nikotinshots kommen meist als 10-ml-Flaschen mit einem eigenen PG-/VG-Verhältnis daher, etwa 50/50 oder 70/30. Hat ein Shot ein anderes Mischungsverhältnis als die verwendete Base, verschiebt sich das Gesamtergebnis: Ein PG-lastiger oder 50/50-Shot in einer VG-lastigen Base macht das fertige Liquid dünnflüssiger, ein VG-lastiger Shot entsprechend zähflüssiger. Stimmen Shot und Base exakt überein, bleibt das Verhältnis unverändert.
Auch Aromen und Longfill-Konzentrate spielen eine Rolle, da sie fast immer in Propylenglykol gelöst sind und den PG-Anteil des fertigen Liquids zusätzlich erhöhen. Möchtest du ein möglichst genaues PG-/VG-Endverhältnis erreichen, solltest du deshalb Base, Nikotinshot und Aroma gemeinsam in die Rechnung einbeziehen.
Typische Fehler beim Selbstmischen
Neben einem unpassenden PG-/VG-Mischungsverhältnis für die eigene Hardware schleichen sich beim Selbstmischen noch weitere Fehler ein. Viele unterschätzen, wie stark Aromen und Nikotinshots das Gesamtverhältnis verschieben, und erhalten dadurch ein anderes Ergebnis als ursprünglich geplant.
Ein weiterer Klassiker ist das unverdünnte Dampfen von Aromen oder Longfill-Konzentraten – beide sind hochkonzentriert und ausschließlich zum Auffüllen mit Base und gegebenenfalls Nikotinshot gedacht. Schließlich sollte frisch gemischtes Liquid nach dem Befüllen kurz einwirken: Wird das Coil sofort gefeuert, ohne dass die Watte sich vollsaugen konnte, verbrennt das Dochtmaterial direkt beim ersten Zug.
Bei Fragen zum PG-/VG-Verhältnis sind wir gern für dich da! Nimm einfach Kontakt zu uns auf.
Häufige Fragen zum PG-/VG-Mischungsverhältnis
Welches PG-/VG-Verhältnis ist für Einsteiger am besten geeignet?
Ein ausgewogenes 50/50-Verhältnis eignet sich für die meisten Einsteigergeräte wie Pod-Systeme, da es einen spürbaren Throat-Hit mit zuverlässigem Nachfluss verbindet.
Kann ich ein VG-lastiges Liquid auch in einem MTL-Pod dampfen?
Davon ist eher abzuraten, da die engen Liquidkanäle kleiner Pods das zähflüssige VG oft nicht schnell genug nachsaugen können, was zu Dry Hits führt.
Verändert ein Nikotinshot immer das PG-/VG-Verhältnis meines Liquids?
Nur dann, wenn der Shot ein anderes PG-/VG-Verhältnis hat als die verwendete Base. Stimmen beide überein, bleibt das Verhältnis unverändert.
Warum sollte ich nach dem Befüllen kurz warten, bevor ich dampfe?
Die Watte im Coil braucht etwas Zeit, um sich vollständig mit Liquid vollzusaugen. Wird zu früh gedampft, kann sie trockenlaufen und verbrennen.